Moderne Jäger des verlorenen Schatzes

Am 31.08.2014 wurden einige unsere Mitglieder von der Zeitungsgruppe Thüringen zum Thema Geocaching interviewt. Heraus kam folgender Artikel, welcher am 09.09.2014 in TA und TLZ erschien.

Mit Geocaching Thüringen neu entdecken

Auch abseits von breiten Wanderwegen hat der Freistaat in der freien Natur einiges zu bieten – wenn man denn richtig hinschaut. Beim „Geocaching“ werden an abgelegenen Orten oder auch mitten in der Stadt Plastikbehältnisse oder -röhren in unterschiedlichen Größen gut versteckt und versehen mit GPS-Koordinaten bei einer entsprechenden Internetseite hinterlegt. Ähnlich dem Orientierungslauf können die anderen „Schatzjäger“ mit Hilfe einer App auf dem Smartphone, einem Tablet-PC oder einem GPS-Gerät nun auf Schatzsuche gehen – und werden unter auffällig akkuraten Steinhaufen oder auch einmal in selbst gebastelten Vogelhäuschen fündig. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. „Einzig Naturschutzgebiete, Privatgrundstücke oder andere Sperrgebiete sind tabu. Es geht auch darum, auf vielleicht bisher unbekannte schöne Fleckchen in der Heimat hinzuweisen oder sich mit lokaler Geschichte auseinander zu setzen“, so Stefan Doose. Der 25-jährige Student ist stellvertretender Vorsitzender des Thüringer Geocaching Vereins e.V., welcher sich auch für Naturschutz einsetzt und als Vermittler zwischen Geocachern und Ämtern oder Behörden fungiert. Seit sieben Jahren ist er voller Leidenschaft in seiner Freizeit mit GPS-Gerät und Kuli unterwegs, um sich mit seinem Nickname „Schneekanone“ im Logbuch der Caches als erfolgreicher Sucher zu verewigen. Thüringen hat derzeit insgesamt etwa 12 000 aktive Caches zu bieten – ihm bleiben also noch einige Jahre, um sein Hobby weiter zu betreiben, wenn er nicht woanders der „Schnitzeljagd“ nachgeht. Denn Geochaching gibt es in vielen Ländern der Erde – und auch dort lassen sich schöne Plätze fernab von Touristen-Routen entdecken.
Auch Rainer Guerlin ist Vereinsmitglied und geht regelmäßig auf Schatzsuche. Der 65-Jährige bildet mit Bettina Kruchen das „WBTeam“. „Geocaching ist ein Sport für Jung und Alt. Natürlich sollte man um sein eigenes Leistungsvermögen wissen. Wenn das Gelände bei der Beschreibung mit der höchsten Schwierigkeitsstufe fünf angegeben ist, wird dafür beispielsweise Kletter- oder Tauchausrüstung erforderlich“, weiß der Weimarer. „Aber es gibt auch sehr viele Caches, die für Familien oder Einsteiger gut geeignet sind.“ Das Trio hat die Erfahrung gemacht, dass in den Studentenstädten Jena oder Ilmenau auch einige „Spezialisten“ am Werk sind, die den Geocachern vor erfolgreichem „Loggen“ (also Finden der Dose) Denkaufgaben stellen, um ihnen die Suche zu erschweren. Sogenannte Mystery-Caches machen zwar weniger als zehn Prozent aller Verstecke aus, bieten aber „alten Hasen“ einen besonderen Reiz. Auch winzige Nano-Caches mit der Größe eines Fingernagels sind eher etwas für Fortgeschrittene. Einsteigern rät Stefan Doose: „Neulinge sollten erst eigene Caches verstecken, wenn sie mit dem Hobby vertraut sind und mit einer gewissen Erfahrung anderen Geocachern ein schönes Sucherlebnis an einer zeigenswerten Stelle bescheren können.“

Lutz Granert

Originalartikel